Immer mehr Menschen klagen über Beschwerden im Kiefergelenk. Das Problem dabei ist: mögliche Ursachen gibt es zuhauf. Die Muskeln können etwa stressbedingt überbeansprucht worden sein, Zähneknirschen oder Zähnepressen kommt ebenfalls als Ursache in Frage, dazu Nägelbeißen, eine ungünstige Schlafposition, hormonelle Veränderungen oder Entzündungen. Und schließlich können auch Zahn- und Kieferfehlstellungen, etwa ein Kreuzbiss, zu solchen Beschwerden führen. Die Suche nach dem (oder mitunter auch den) Schuldigen ist deshalb meist eine beschwerliche.
Weil Kiefergelenksbeschwerden multifaktorieller Ursache sind, kann auch nicht mit Sicherheit prognostiziert werden, dass sie durch eine kieferorthopädische Behandlung beseitigt werden. In vielen Fällen aber kann eine kieferorthopädische Behandlung die Schmerzen beseitigen oder zumindest lindern, und zwar schon allein dadurch, dass die Zähne in einer korrekten Position stehen und das Kiefergelenk, das in engem Zusammenhang mit den Zähnen steht, dadurch geschont wird.
Kiefergelenksbeschwerden treten oft zyklisch auf. Es fällt auf, dass sie unter Stress meist stärker werden, während sie – ganz ohne Behandlung – im Urlaub abnehmen. Deshalb setzt man heute auch nicht mehr wie früher auf chirurgische Korrekturen des Kiefergelenks und auch die große Zeit der Behandlung mit Schienen, die nachts die Kiefermuskeln entspannen sollten, ist vorbei. Warum? Ganz einfach: die Erfolgsaussichten lagen bei unter 50 Prozent.
Kann man keine eindeutige Ursache für die Kiefergelenksbeschwerden erkennen, gibt es deshalb einen einfachen und ganz bestimmt auch nicht den schlechtesten Rat: abwarten! In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden nämlich ganz von selbst.
