Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten (LKGS) gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Sie werden in mehreren Schritten behandelt. So sollte bereits im zweiten oder dritten Kindergartenjahr eine Erstvisite erfolgen. Dabei wird festgestellt, ob ein [Kreuzbiss] vorhanden ist und dieser gegebenenfalls korrigiert.
Der zweite Behandlungsschritt folgt meist im Alter von zehn bis elf Jahren. Dann muss gemeinsam mit dem behandelnden Chirurgenteam der optimale Zeitpunkt für die so genannte „sekundäre Osteoplastik“ festgelegt werden. Dabei wird der Spalt durch ein Knochentransplantat aufgefüllt, was auch den neben dem Spalt liegenden Zähnen einen problemlosen Durchbruch ermöglicht.
Nach dem Zahnwechsel wird ein kieferorthopädischer Eingriff mit einer festsitzenden Apparatur folgen. Dadurch sollen eventuelle Lücken geschlossen und auch ästhetisch ein optimales Ergebnis erreicht werden. Sollte die kieferorthopädische Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringen, muss eventuell nach Abschluss der Wachstumsperiode eine kieferchirurgische Korrektur vorgenommen werden.
Bei manchen LKGS-Patienten fehlt der obere seitliche Schneidezahn (oder ist unterentwickelt). In solchen Fällen muss abgewogen werden, wie der unterentwickelte oder fehlende Zahn behandelt oder ersetzt werden kann.
LKGS-Behandlungen sind demnach aufwändig, lohnen sich aber, weil das Ergebnis meist ein ansprechendes Lächeln ist. Zudem werden die Kosten von LKGS-Behandlungen in Südtirol vom Land rückvergütet. Wir beraten Sie gerne über den einzuschlagenden Weg.
